Shenyang J-8 II  (J-8 B )   Trumpeter        1/72

Manche Modelle liegen fast so lange im Stapel, wie die Entwicklung des Originals gedauert hat.

Mit der Entwicklung der J-8 II ab 1984 schuf sich Shenyang ein Konkurrenzmuster aus eigenem Hause zur seit Mitte der 60er Jahre entwickelten J-8 I. Dieser große Jet mit zentralem Lufteinlauf konnte seine Basis in der Je-152A nicht verleugnen. Aber noch ehe die möglich scheinende Serienfertigung 1970 begann, wurde das Projekt durch die Kulturrevolution gestoppt. Erst 1978 ging es weiter und so konnten erst 1985 die nur 2 Jahre währende Serienproduktion der J-8 I beginnen. 

Bereits im Juni 1984 hatte die J-8 II ihren Erstflug. Mit der Maschine sollten vor allem auch moderne Luft-Luft- Flugkörper eingesetzt werden. Das bedingt ein leistungsfähigeres Radar. So entstand durch 70 % Neukonstruktion der Zelle im Verbund mit den Liming WP-13A-II Triebwerken die J-8 II. Die Version erhielt dann im Oktober 1988 ihre Zulassung. Ein beabsichtigtes Joint Venture für Teile der Avionik, Radar usw. mit Westinghouse zerschlug sich Ende 1989, so blieb nur die weitere Suche nach Partnern um aus dem an sich aus den 60er Jahren stammenden Entwurf noch ein halbwegs leistungsfähiges Jagdflugzeug zu machen. Shenyang fand für das Modernisierungsprogramm in der Folge Partner in Israel und Russland, so konnten die ersten Versionen der J-8 B (J-8 II) dann ab 1995 in Serie gehen. Die Zusammenarbeit mit Israel (ELTA) brachte das Radar Typ-1741 hervor, mit ihr konnten die Mittelstreckenraketen PL-11 eingesetzt werden. Bis 2003 wurden die Versionen bis zur J-8 II H weiterentwickelt. Die Entwicklung der J-8 wurde mehrfach abgebrochen und wieder aufgenommen, mit über 20 Jahren Verspätung erreichte sie endlich die bei Entwicklungsbeginn geforderten Leistungen. 

Das Modell der J-8 II erschien bei Trumpeter in 1/72 und 1/48 bereits in den 90er Jahren. Ich bekam es von Mirella vor über 20 Jahren geschenkt. Als der Modellbaustammtisch für Chemnitz 2025 eine kleine Ausstellung zur Luftfahrt in China plante, fiel mir der Bausatz wieder ein. So war es ein willkommener Anlass mich mit dem Modell zu beschäftigen. Die Qualität des Bausatzes ist richtig gut. Eine durchdachte Konstruktion lässt den 30 cm großen Jet schnell wachsen. Blei im Bug wird nicht benötigt, das Hauptfahrwerk befindet sich im hinteren Drittel der Maschine. Die J-8 flogen ursprünglich in einem über alles weißen Farbton, lediglich Radar- und Antennenabdeckungen waren Grün.

Später wechselte das Farbschema zum ebenfalls einfarbigen Grau. Mirella fand die dann erstmal aufgebrachte weiße Farbe etwas langweilig. So zeigte ich ihr Bilder der getarnten Museumsmaschine, wie sie in der statischen Ausstellung der Shenyang Aircraft Corporation (SAC) steht. Diese Blau-Weiße Maschine sollte es werden. So ist die 84612 mit der Tarnung und den roten Kennern und Zahlen noch ein recht farbenfreudiges Modell geworden. Alles in Allem mal wieder ein völlig problemloser Modellbau.

Beste Grüße vom Peter