Mit der aus der einmotorigen Caudron G. III hervorgegangenen G. IV stand der Französischen Fliegertruppe bereits ab 1915 ein zweimotoriges Bomben- und Aufklärungsflugzeug zur Verfügung. Mit ihr wurden schließlich 38 Staffeln der Aéronautique Militaire ausgerüstet.
Insgesamt sind über 1400 Stück gebaut worden. Neben Frankreich wurde die Maschine auch in Großbritannien, Italien, den USA, Belgien, Finnland, Portugal, Holland, Rumänien, Venezuela, Kolumbien und bei der Kaiserlich russischen Fliegertruppe eingesetzt. Eine solche Maschine möchte ich hier zeigen.
Das Flugzeug wurde mit zwei zuverlässigen G&R Umlaufmotoren von 80 PS, später auch mit 100 PS Anzani ausgerüstet. Besonders die gute Steigleistung, welche auch zu Alpenflügen befähigte und die Reichweite wurde an der Maschine geschätzt. Trotz relativ geringer Bombenlast trugen die G. IV mit der Erreichbarkeit der Zeppelinbasen in Belgien oder der Industriezentren am Rhein erheblich zur Störung der deutschen Aktionen bei. Unerheblich ist dabei natürlich auch nicht, das der Bomber/Aufklärer in für damalige Verhältnisse ungeheuren Stückzahlen zur Verfügung stand. Die Unterbringung des Beobachters in der Bugkanzel mit freiem Schussfeld lies Flüge in engen Formationen unter gegenseitigem Schutz zu. Manche der Flugzeuge waren mit einem nach rückwärts gerichtetem MG auf der Tragflächenoberseite ausgerüstet. Dazu öffnete der Beobachter eine Doppelluke im TFM und stand dann mit Blick nach hinten in diesem Schützenstand. Der Pilot saß in der hinter der Tragfläche liegenden Pilotenkanzel. Konstruktiv war die G. IV als Gitterschwanz mit 4 Seitenleitwerken ausgerüsteter 1, ½ Decker. Der zentrale Rumpf nahm die Besatzung auf, unmittelbar hinter den Umlaufmotoren waren die Kraftstoffbehälter in den Triebwerksgondeln untergebracht. Einige Maschinen waren mit Panzerschutz als Schlachtflugzeuge ausgerüstet.
An der Westfront wurde die Caudron G.IV ab Ende 1916 durch leistungsfähigere Maschinen ersetzt. Im Osten und in Südeuropa blieben die G. IV bis Kriegsende im Einsatz. Bis in die 20er Jahre waren die Gitterrümpfe noch im Schulbetrieb verschiedener Betreiber anzutreffen. Auch die Luftflotte Sowjetrusslands übernahm noch vorhandene Caudron der zaristischen Fliegertruppe und setzte sie bis in die 20er Jahre ein.
Das Modell von Copper State Models erschien in der Landausführung und als Wasserflugzeug ab 2017. Die Modellbauer wurden mit einer Qualität überrascht, welche doch sehr an die Vorbilder in 1/32 von Wingnut Wings erinnerte. Das beginnt mit der absolut sicheren Verpackung, über einen vollfarbigen Bauplan in Broschürenform mit geschichtlichem Abriss zur Maschine und klasse gemachten Abziehbildern von Cartograf. Neben einer Unmenge äußerst präziser Spritzgussteile liegen dem Modell auch 2 Bögen PE Teile bei, die alle möglichen Details und Beschläge umfasst.
Die Passgenauigkeit des doch sehr fragilen Aufbaus der Gitterschwanzkonstruktion ist sehr gut, durch die umfangreiche Verspannung bekommt der über 35 cm große 1, ½ decker dann die nötige Stabilität. Bei der Bemalung muss natürlich neben der Airbrusharbeiten, viel Pinselarbeit angelegt werden. Steht die Maschine dann erstmal auf den 4 Rädern, ist eine schöne Drahtkommode entstanden.
Copper State Models hat sich in der Gegenwart mit der Caudron G. III beginnend mehr aus den Maßstab 1/32 verlegt. Mir kam die G.IV in 1/48 gerade recht, passt sie doch zu Gotha G. V, AEG G. IV, Friedrichshafen FF-33 und FF-71 im gleichen Maßstab.
Bestens der Peter