Orlikan   L-40   „Meta Sokol“  1/48      KP

Manchmal wird man als Modellbauer von Neuerscheinungen überrascht, auf die man längst keine Hoffnung auf Realisierung mehr hatte.

Ein solches Modell ist die L-40 Meta Sokol, die der tschechische Hersteller KP Ende des letzten Jahres im Maßstab 1/48 auf den Markt brachte. Er erschien in 2 Varianten, ein Bausatz beinhaltet eine DDR Version.

Schnell war klar, das Andreas und ich solch ein Modell bauen wollten. Andreas bestellte auch gleich noch die Masken mit und so lag uns der Bausatz Ende 2025 vor.

Das ist immerhin ein Plastikmodell, 72 Jahre nach dem Erstflug des Prototyps. Die L-40 stellt gegenüber der aus Holz gebauten Mraz Md-1 „Sokol“ eine völlige Neukonstruktion als Ganzmetallflugzeug dar. Die Maschine hatte eine geräumige viersitzige Kabine mit einer großen Schiebehaube.

Das besondere an der Maschine war zweifelsfrei das bis unter die Kabine vorgezogene Heckrad, des Einziehfahrwerkes. Dies gestattete einen nahezu waagerechten Stand und eine ähnlich gute Sicht wie mit Bugradmaschinen. Ausgerüstet war die L-40 mit dem Walter M 332 Motor, kam sie auf eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h.

Die GST beschaffte 1959 fünf der schnittigen Reiseflugzeuge. Sie trugen die Kennungen DM-WCL bis DM-WCP. Am Flugplatz Magdeburg Süd hatten wir zeitweilig genau die DM-WCM, welche Gegenstand des Bausatzes ist. Da mein Vater gelegentlich auch diese Maschine flog, lag der Bau genau dieser Maschine nahe. Auch auf dem Gebiet des Modellbaus ist mein Vater mit dem Muster verbunden. War es doch die „Meta Sokol“ zu welcher er den Bauplan für das Steuerleinenmodell, bzw. RC Modell für die PGH Hawege 1966 konstruierte.

Bei uns zu Hause entstanden zeitgleich die Ur-Modelle in mehreren Baustufen aus Sperr- und Balsaholz. Schließlich wurde das Modell auch auf dem Flugplatz Magdeburg Süd eingeflogen. Das Modell trug damals die Kennung DM-WCL.

Nun also die „Meta Sokol“ in 1/48. Das Modell besitzt eine gute Formel, beim Bau stellt sich schnell heraus, es sieht wie eine L-40 aus. Schöne Details wechseln sich aber gelegentlich mit groben Kleinteilen ab. Schade ist ein Fehler, der KP sicher beim Vermessen des Musters im Luftfahrtmuseum Kbely unterlaufen ist. Hier ist die OK-KHN ausgestellt, ein frühes Muster, welches die Abgasrohre auf der Steuerbordseite des Buges hat. Zumindest bei den späteren Maschinen, auf jeden Fall bei den DDR Modellen, lagen die Auspuffrohre alle Backbord. Andreas bemerkte den Fehler zuerst, so konnte ich bereits beim Bau korrigieren.

Auch die groben Fahrwerke habe ich durch Eigenbauten ersetzt. Die recht dicke Kanzel sollte auf gesägt werden zur offenen Darstellung, da sie doch sehr den Blick verzerrt. Kleinteile wie Spurzwang und Haltegriffe sowie der korrekte Einziehschacht für das Heckrad entstanden in Eigenregie. In der Hutablage liegt schließlich noch eine Karte der Stadt Magdeburg. Insgesamt ein Bau der schon wegen des persönlichen Bezugs zu dem Flugzeug viel Spaß gemacht hat.

Danke an KP, ein Hersteller, der uns doch immer mal wieder mit Modellen erfreut, welche andere Firmen nicht anfassen, und das seit 1968. Viel Spaß wünscht der Peter